Die Salmonellen-Diskussion, die richtigerweise eine Verarbeitungs- und keine
Erzeugerdiskussion sein sollte, hat sich beruhigt.
Staatlich geförderte, langjährige Massenuntersuchungen haben die
aussergewöhnlich geringe Salmonellen-Belastung der Eier bestätigt:
Von den etwa 2000 Salmonellen-Arten sind nur zwei und zwar S. Enteritidis und
S. Typhimurium für den Menschen gefährlich. Der Tiergesundheitsdienst Bayern
e.V. in Poing hat mit Unterstützung des Freistaates Bayern folgende
Untersuchungen vorgenommen:
Jahr
Anzahl Eier
auf der Schale
im Eidotter
im Eiweiss
positiver Befund
positiver Befund
positiver Befund
1992
5.120
5
1
0
1993
25.120
23
3
0
1994
23.580
6
1
0
1995
21.010
12
0
0
1996
18.533
9
0
0
1997
1.763 ****)
27
3
0
1998
1.802 ****)
18
1
0
1999
2.011 ****)
37
4
0
2000
2.031 ****)
42
3
0
2001
1.912 ****)
39
1
0
zus.102.882 =
188.553 ****)
218 *)
17 **)
0 ***)
*) Befund a u f jedem etwa 900sten Ei
**) Befund i m Eigelb etwa 11.000sten Ei
***) Im Eiweiss wurden keinerlei Salmonellen gefunden.
****) Pooluntersuchungen mit i.d.R. 10 Einzelproben pro Ansatz
Diese Ergebnisse sind äusserst positiv und stehen im totalen Widerspruch zur
öffentlichen Diskussion.
Da Salmonellen in der ganzen Umwelt latent vorhanden sind, sind diese
Ergebnisse als ganz besonders gering zu beurteilen.
Erst die millionenhafte Vermehrung durch unsachgemässe Verwendung kann
bei empfänglichen Menschen (das sind in der Regel alte Menschen, Kranke,
Kinder) zu Erkrankungen führen.
Das gute Ergebnis ist nicht ungewöhnlich, wenn man bedenkt,
dass das Ei von Natur aus als Schutz für werdendes Leben angelegt ist.
Umgekehrt ist ein verarbeitetes Ei - vor allem ein roh verarbeitetes Ei - auf
Grund seiner ernährungsphysiologisch hervorragenden Eigenschaften bei
unsachgemässer, d.h. bei
unhygienischer oder mit unnötig langen Zeitverlusten versehenen Verwendung
in den Küchen (Kantinen) ein fast idealer Nährboden für die explosionsartige
Vermehrung von Salmonellen und anderen Keimen. Diese sind - wie gesagt -
unvermeidlich überall in der Umwelt vorhanden.
Die sehr seltenen, absolut geringen und damit völlig ungefährlichen Befunde im Ei
sind nicht das Problem, sondern das Einschleppen aus dem Umfeld und vor
allem die heftige Vermehrung.
Das kann - wie gesagt - vom unhygienischen Umgang während des Kochens
kommen, aber auch dann, wenn das fertige Essen nicht wie üblich sofort
serviert, sondern erst unsachgemäss lange zwischengelagert wird.